Von der Natur zur Kultur

 

Bei einer Bodenprobe wird nur das im Labor beprobt, was im Bohrstock bleibt. Blätter, Zweigreste und Steine gehören nicht zur Ermittlung der Bodenwerte. Sie werden vor der eigentlichen Analyse im Labor entnommen und der Rest gesiebt, so dass nur Partikel mit maximal zwei mm Durchmesser in der tatsächlichen Probe enthalten sind.  Der in einem (landwirtschaftlichen) Labor ermittelte Humusanteil bezieht sich daher lediglich auf das, was auf diese Art nachgewiesen werden kann. - Das reicht aber für den Trüffelanbau nicht hin.

Die über dem beprobten Boden liegende Streuschicht bleibt dabei als kontinuierliche Nahrungsquelle für Pilze völlig unberücksichtigt. Zur Erfassung und Beurteilung von Trüffelstandorten gehört daher neben der Baum- auch die Strauch- und Krautschicht. Sie liefern mit ihrem Totholz, den alljährlich anfallenden Blättern, Zweigen, Halmen, Stengel, Blütenblätter, Polle, Samen, Früchte, Nadeln, Zapfen, Fruchtschalen, Bucheneckernschalen, Stämme, Ästen und Zweigen das tote organische Material, von denen sich verschiedene Pilze durch Abgabe von Enzymen ernähren.

Wir sprechen hier von der Streuschicht als Teil dessen, was im weitesten Sinne ebenfalls als Humus bezeichnet wird. Neben Pflanzenresten besteht die Streuschicht allerdings auch aus tierischen Resten, zu denen wir noch an anderer Stelle auf einer anderen Seite kommen.

Hier ermittelten wir von 125 Trüffelstellen in fünf Fällen eine kaum erkennbare Streuschicht von nicht mal 1 cm Stärke bestehend nur aus organischen Fragmenten. In allen anderen Fällen (120x) war Laub des Herbstes in unterschiedlicher Auflagenstärke festzustellen, wie die vorstehende Grafik die bezüglich der Mächtigkeit verdeutlicht. Überraschen ist für den erfahrenen Trüffelsucher nicht, dass sich die Trüffeln nicht selten unter einer dicken (3-10 cm) bis sehr dicken (> 10 cm) Streuschicht verbergen.

An 83 Trüffelstellen waren zusätzlich Zweige (Durchmesser < 5 cm), Äste (Durchmesser > 5 cm) in 83 und Totholz (Stämme) in 44 Fällen in der Streuschicht festzustellen. An einigen Fundstellen dominierten Bucheckernschalen (6) an anderen Standorten waren auch Nadeln (8) nachzuweisen.

Was daraus für die Installation einer Trüffelanlage, was an Unterhaltungs- und Pflegemaßnahmen abzuleiten ist, lässt sich erahnen.  Dies wird hier nicht publiziert, wohl aber den Angehörigen der Forschungsgruppe Hypogäen und den Teilnehmern der Sonderveranstaltungen zum Trüffelanbau zur Kenntnis gebracht, sowie in meinem Lehrfilm über den Trüffelanbau publiziert.