Von der Natur zur Kultur Symbiosepartner

Bei welchen Baumarten kommen Trüffeln in Deutschland überhaupt, wo aber am häufigsten vor?
Ist in diesem Zusammenhang Eiche gleich Eiche und Linde gleich Linde?
Ab wann fruktifiziert Tuber aestivum bei welchen Baumarten?
Bis zu welchem Lebensalter der Bäume gibt es Trüffeln?
Bei welchen Baumarten ist die Trüffelproduktivität am höchsten?
Bei welchen Baumarten lohnt sich der Kauf von Trüffelbäumchen nicht?

Das alles sind Fragen, die der zukünftige Trüffelanbauer vorab klären sollte....

 

Nicht einfach nur etwas nachmachen. Man sollte auch verstehen, was man macht.
(Zitat: Gottfried Schilling auf dem Trüffelanbaukurs I "von der Spore bis zum Fruchtkörper"

 

 




Im Fundstellenbereich von 125 Trüffelstellen in ganz Deutschland ermittelten wir die Baumarten, die vom Mittelpunkt der Fundstelle ausgehend sich im Nahbereich befanden, egal ob es sich dabei um Ekto- oder Endo-Mykorrhizabildner handelte.
Nicht in allen Fällen war eine Baumart allein und eindeutig als Mykorrhizapartner erkennbar. So gab es oft Kombinationen von zwei oder drei potentiellen, ektomykorrhizafähigen Bäumen unterschiedlichen Alters. Hier ermittelten wir jeweils eine Rangfolge, schätzen dazu den Umfang der Bäume zur Ermittlung des Baumalters und kartierten auch dieses. Im Verlauf der Kartierungsarbeit entwickelten sich weitere Fragen aus den aktuellen Beobachtungen sowie Diskussionen mit den Mitstreitern, um noch genauere Ergebnisse zu erzielen, denn für den erfolgreichen Trüffelanbau wäre das allein zu oberflächlich. Reicht also nicht hin...

Es machte im Laufe der Ermittlungen immer mehr Sinn, alsbald auch der Frage nachzugehen: ist Eiche gleich Eiche und Linde gleich Linde? Das Ergebnis ist überraschend und sehr aufschlussreich. Vor allem dann, wenn eine weitere sehr wichtige Frage aus der freien Natur beantwortet werden soll: Ab welchem Baumalter der jeweiligen Baumart beginnt Tuber aestivum überhaupt zu fruktifizieren? Kann man den Angaben der "Fachleute "aus den traditionellen Trüffelanbauländern überhaupt trauen? - Die überraschenden Ergebnisse und wichtigen Erkenntnisse für den Trüffelanbau werden an dieser Stelle nicht publiziert, wohl aber den Angehörigen der Forschungsgruppe Hypogäen exklusiv zur Kenntnis gebracht, sowie in meinem Lehrfilm über den Trüffelanbau publiziert.

In vielen Fällen konnten wir einzelne Baumarten allein (orange) als Mykorrhizapartner eindeutig zuordnen. Sehr häufig waren das zwei (grau) oder gar drei (ocker) Baumarten, die gleichzeitig (?) als Mykorrhizapartner an der Fundstelle infrage kamen. - Gleichwohl nahmen wir aufgrund verschiedener Erfahrungen (nicht so bei Quercus spec. wegen der späteren Aufschlüsselung nach Arten) eine Rangfolgeneinteilung wie folgt vor:

Danach dominierte die Hasel (Corylus avellana) in sechs Fällen dort, wo eine zweite Art sich in unmittelbarer Nähe befand, während bei Gruppen von drei Baumarten die Hasel nicht erkennbar als Mykorrhizapartner hervortrat.
Bei dem einzigen Nachweis von Tuber aestivum unter jüngeren Fichten in der fränkischen Schweiz stand mittendrin im Vollschatten eine (verkümmerte) Hasel.

Die Hainbuche (Carpinus betulus) bestimmten wir bei der Anwesenheit von zwei Baumarten in zwölf Fällen als vorrangig, während bei drei Baumarten sie in zehn Fällen ebenfalls dominierte.

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) dagegen stuften wir bei der Anwesenheit von zwei Baumarten in 13 Fällen als dominierende Art ein, während bei drei Baumarten wir dreimal diese Bewertung vornahmen.

Man kann also davon ausgehen das recht nah nebeneinanderstehende verschiedene Mykorrhizapartner von Tuber aestivum die Trüffelproduktion begünstigen, da mit großer Sicherheit das Mycel der Trüffeln gleichzeitig auch mit diesen Bäumen eine Mykorrhiza eingegangen ist.