Von den ermittelten Funddaten bis zum Gutachten 

Trüffelanbau ist Pilzwirtschaft
Bislang gab es in Deutschland keine Forschung, welcher Boden wohl für den Trüffelanbau von Tuber aestivum (Sommer- und Burgundertrüffel) am besten geeignet ist. Das Studium der Anbauempfehlungen zunächst in den Ländern Spanien, Italien und Frankreich brachte viele Erkenntnisse und reichlich Wissen, deckte aber gleichzeitig überall diverse Schwachstellen auf: 
So fanden die Ermittlungen, Untersuchungen und Beurteilungen durchweg aus der Sicht und Erfahrung der Forst-bzw. Landwirtschaft statt. - Nicht von erfahrenen Pilzkundlern!


Labore nicht auf Pilzwirtschaft eingestellt
Deswegen begann die Pilzschule nach den ersten paar hundert Fundstellennachweisen in freier Wildbahn zunächst  ein (landwirtschaftliches) Labor zu suchen,  in dem wir erste Bodenproben von Fundstellen von Tuber aestivum analysieren ließen.  Später beauftragten wir weitere Labore mit der Analyse von Bodenproben. Dazu kamen bald Bodenanalysen anderer Trüffelarten wie Tuber melanosporum (Perigord-Trüffel, Schwarze Trüffel) und Tuber magnatum (Weiße Trüffel, Alba-Trüffel) sowie von potentiellen Trüffelanbauflächen in Niedersachsen. Im Laufe der Zeit zeichnete sich immer deutlicher ab, dass die Untersuchungen und Feststellungen zur Bewertung von Böden für den Trüffelanbau zu erweitern und zu  verfeinern waren. Vor allem deswegen, weil sämtliche Bodenproben als „automatisches“ Laborergebnis ja nur Düngeempfehlungen für den Pflanzenanbau ergaben. - Wir betreiben Pilzanbau! Die "fressen" keine Mineralien.

pH-Wert – Bodenart - Makro- und Mikronährstoffe – Humusgehalt
Pilze im Gegensatz zu den Pflanzen ernähren sich nicht von Mineralien, sondern von toten organischen Substanzen. Deswegen erschien es angebracht, anstatt sich auf Schätzungen der Laborbetreiber zu verlassen, den Humusgehalt der Böden nun genau ermitteln zu lassen. Gleichzeitig galt es den pH-Wert nach einem stets einheitlichen Verfahren auszuforschen, sowie wichtige Makro- und Mikronährstoffe und vor allem die Bodenart sorgfältig zu bestimmen. Einen Teil der Ergebnisse finden Sie hier...

Pilze ernähren sich von totem organischem Material: Humus. Um die im Boden enthaltene Nahrungmenge für Pilze quantitativ zu ermitteln, sind die Werte von Kohlenstoff aus organischem Material (Corg) sowie der Gesamtstickstoff (gesN) festzustellen. – Was hier tun ist, um für den Trüffelanbau nutzbare Flächen  derzeitig  mit ausreichendem Humusgehalt zu versehen ist eine Sache. Die verwendete Humusqualität bzw. Zusammensetzung, sowie der zukünftige Humusgehalt dagegen, eine völlig andere. Was, wann wie zu tun ist, erfolgt nach Beurteilung der ökologischen Feststellungen zum Eintrag von organischen Substanzen an Trüffelstellen. Wie das genau zu verstehen, wie das zu interpretieren ist, erfahren Sie auf den Sonderveranstaltungen der Forschungsgruppe Hypogäen bzw. in meinem Lehrfilm über den Trüffelanbau.
Die Grafik zeigt die vom Trüffelpapst  persönlich beprobten 100 Trüffelstellen mit dem jeweiligen Humusanteil in Prozent.

 

Bodenkundliches Gutachten

in dieser grafischen Übersicht sind von insgesamt 200 Tuber aestivum Fundstellen aus Deutschland die (bereinigten) Daten inkl. der (für Pflanzen) wichtigsten Makro- und Mikronährstoffe zusammengefasst und als Orientierung und Empfehlung für den Trüffelanbau dargestellt. Das - zusammen mit der Bodenart - ermöglicht dem derzeitigen und zukünftigen Trüffelanbauer - nach Bodenanalyse durch ein Labor eigener Wahl - die ermittelten Daten selbst zu übertragen, zu vergleichen und zu beurteilen.  Was bei Abweichungen zu tun ist, erfahren Sie auf den Sonderveranstaltungen der Forschungsgruppe Hypogäen bzw. in meinem Lehrfilm über den Trüffelanbau, sowie den ausgebildeten und zertifizierten Trüffelsachverständigen der Trüffelschule.