Burgundertrüffel - bei welchen Baumarten ist sie am häufigsten
Burgundertrüffel - bei welchen Baumarten ist sie am häufigsten

Auszeichnungen der Trüffelschule

Auszeichnung von Trüffelfreunden Das gestickte Ehrenabzeichen kann nur verliehen werden

Wenn wir Trüffelweltmeister werden wollen, brauchen wir in Deutschland sehr viele Leistungsträger – und Vorbilder: Das sind Frauen und Männer die neben ihrem Beruf oder gar hauptberuflich über die Welt der Trüffeln fundiert aufklären: In den Schulen, auf Märkten, auf besonderen Events, auf pilzkundlichen Veranstaltungen, auf Ausstellungen, über die Presse oder mittels TV-Beiträge und dabei aktuelles Wissen, nicht aber Glauben verbreiten.
Das sind Frauen und Männer aus allen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen, die mit Leidenschaft Neugier und Interesse für die Geschehnisse in der Natur wecken und Motivation bei ihren Schülern und Zuhörern schüren. Das sind aber auch Mitstreiter, die Zivilcourage zeigen und sich gegen willkürliche Gesetzgebung wehren.

Dann,  wenn durch besonders herausragende und beispielhafte Leistungen vollzogen in  eigener Regie für die Allgemeinheit  ein besonderer Nutzen erkennbar ist,  wird das durch eine angemessene Auszeichnung der Trüffelschule gewürdigt. Dabei wird dieses Ehrenabzeichen von der FGH verliehen.

Die ersten wild wachsenden Trüffeln... Von 0 auf 200 in 100 Tagen

Nach "Grundkurs I - Trüffelsuche mit Hund " fand Thomas Wittich  aus Belm unter Anleitung und Führung auf Grundkurs II (Bild links) zum Jahreswechsel 2012/2013  die ersten vier wild wachsenden Trüffeln. Trotz fleißigem Training dauerte es noch acht Monate, bis er endlich die lang ersehnte erste Trüffel an einer selbst gewählten Stelle im Teuto fand. Vom August 2013 bis zum Jahresende 2013 hin wies er dann mit vorbildlichem Einsatz und systematischer Vorgehensweise in 100 Tagen rund 200 Trüffelstellen im Teutoburger Wald nach.
Damit war er Ende des jahres 2013 einer von insgesamt  11 ausgebildeten Trüffelsuchern in Deutschland, die anzahlmäßig ähnliche Leistungen bewältigten.
Was mit dem Wissen anfangen? In 2014 wurde mit Trüffelfreunden ein Waldbereich angepachtet, um mittels Langzeitmonitoring die Produktivität einer genau definierten Trüffelstelle von exakt 100 m² zu ermitteln, aber auch, um dort Versuche zum Pilzanbau zu unternehmen. Zusätzlich erfasst er seitdem dort Klimadaten wie Temperatur und Niederschläge sowie Daten zur Pilzsoziologie, Ökologie und zum Boden. Bei durchschnittlich 30 Kontrollgängen pro Jahr ermittelte er Jahr für Jahr eine Fülle von Daten, die für den Trüffelanbau  benötigt werden. Für diese außergewöhnliche Leistung – der Bereich liegt etwa 40 km von seinem Zuhause weg - wurde er von der Trüffelschule als erster mit dem gestickten Ehrenabzeichen der FGH ausgezeichnet.   

Trüffelforschung mit der Forschungsgruppe Andrea Männle fragt nach den Erfahrungen von Salvatore

Außergewöhnliche Pilzfinderqualitäten bewies Andrea Männle aus der Nähe von Duderstadt schon auf der gezielten Suche nach Morcheln, so dass sie bereits durch Aufnahme in die Morchelbundesliga von  der mobilen  Pilzschule öffentlich ausgezeichnet wurde.
Sie glänzte dann auf einem Kurs über Trüffeln in 2011 durch ihr aktives Umsetzungsvermögen, indem sie ohne Hund gleich mehrere Arten nachwies. Daher war es nur folgerichtig, als sie die ersten Trüffeln aus dem fahrenden Auto ausmachte und selbst mit der Nase ganz nah am Boden Sommertrüffeln aufspürte. Zusammen mit ihrem Freund Uli legte sie einen Trüffelgarten in Thüringen an und installierte gleich ein komplettes Bewässerungssystem zur kontrollierten Produktionssteuerung. Von der Grundstücksauswahl und dessen Beurteilung, Mykorrhizierung von Bäumen aus Setzlingen und Wurzelware, Pflanzplanerstellung und dessen Umsetzung: Dass sie diese Thematik voll verstanden, mehr noch: verinnerlicht hat, bewies sie auf einer Forschungsreise durch Italien. Mit unglaublicher Auffassungsgabe und rasanter Lernfähigkeit frischte sie ihre italienischen Sprachkenntnisse auf und interviewte selbständig unsere Gesprächspartner  mit ihren eigenen Fragen von A-Z und übersetzte dann für uns.  - Damit hat sie für die Gemeinschaft einen wertvollen Beitrag geleistet, was zur öffentlichen Auszeichnung durch die Trüffelschule im Rahmen einer Sonderveranstaltung in Bohmte führte. 

Das EK1 der Trüffelschule Der Trüffelpapst überreicht das gestickte Ehrenabzeichen

Sabine Hörnicke aus der Nähe von Köln ist die erste Frau in Deutschland, die umfangreiche Fähigkeiten und Kenntnisse im Rahmen einer öffentlichen Prüfung bei der Pilzschule über Hypogäen nachwies. Mit diesem fundierten Hintergrund optimierte und festigte sie ihr vorhandenes Wissen über den Trüffelhandel. Sie stellt darüber hinaus ihre Erfahrungen und Einsichten auf Trüffelevents und Einführungskursen zur Trüffelsuche in (fast) ganz Deutschland  professionell zur Verfügung. Insbesondere hat sie sich der gezielten  Öffentlichkeitsarbeit verschrieben und bereits über verschiedene TV-Auftritte in diversen 
Bundesländern das Interesse an Trüffeln, Trüffelsuche und Trüffelanbau verstärkt. Dieser Einsatz nutzt allen, die sich für den Trüffelanbau interessieren. In Schleswig-Holstein unterstütze sie aktiv und gekonnt die Stadt Lübeck (Bericht) bei den Bemühungen, Trüffelanbau neben der traditionellen Landwirtschaft auch im hohen Norden zu etablieren. Schließlich setzte sie einen Meilenstein in der deutschen Pilzkartierung, indem sie gemeinsam mit Dr. Lothar Krieglsteiner im Nationalpark Eifel erstmals durch professionelle und sehr erfolgreiche Hypogäensuche auf sich und die Tätigkeit der FGH aufmerksam machte. Die Ehrung für diese herausragenden Leistungen in der Öffentlichkeitsarbeit fand während einer Forschungsreise in der Provence in Frankreich in Carpentras statt. Punktgenau zum Jahreswechsel. 

Ehrung für Trüffelfinder Ehrenabzeichen der Forschungsgruppe Hypogäen an Mario Gohmert

Sehr schnell bewies Mario Gohmert sein Pilzfindertalent, als er auf einem Seminar der Pilzschule erfuhr, dass der Kupferrote Gelbfuß  ein Zeigerpilz für Wurzeltrüffeln ist. Mit Taschenlampe bewaffnet prüfte er noch am selben Abend ein ihm bekanntes Vorkommen in der Nähe seines Wohnortes. Die Freude war riesig, als er nach kurzer Zeit die ersten Wurzeltrüffeln fand. So präsentierte er am nächsten Morgen den staunenden Kursteilnehmern die Funde. Nach Prüfungen zum Pilzberater und Pilzsachverständigen setzte er  seinen Wunsch um, sein Pilzwissen in Berlin/Brandenburg weiter zu geben und sich dem  Trüffelanbau im eigenen Garten zu widmen.  Mit seinem zweiten Hund Charly, einem jungen Lagottorüden  stellte sich schnell der ersehnte Sucherfolg ein. Erfolg macht aber erst dann richtig Spaß, wenn man ihn mit anderen teilt.  So wurden die vielen unterirdischen Schätze sorgfältig registriert, dokumentiert, mikroskopiert, kartiert und schließlich in Alkohol für die Ewigkeit archiviert. Die Exponate ruhen aber nicht irgendwo im Keller eines Museums, sondern werden auf Veranstaltungen der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Rundfunk, Zeitungen und TV-Sender berichteten über seine Erfolge. So dauerte es nicht lange auf Einladung vor dem Landesverband der Berliner und Brandenburger Pilzsachverständigen mehrere Vorträge über das Vorkommen von Hypogäen zu halten.  Mit diesem vorbildlichen Tun und beispielhaften Verhalten hat er für die Forschungsgruppe einen wertvollen Beitrag geleistet. Das führte zur öffentlichen Auszeichnung durch die Trüffelschule im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung zur Hypogäensuche mit Teilnehmern aus vier Bundesländern in Lanke bei Berlin.